Steueränderungen 2019

 

Mit Beginn diesen Jahres treten bei der Einkommensteuer und Sozialversicherung zahlreiche Neuregelungen in Kraft. Der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine e.V. (BVL) erläutert die wichtigsten Änderungen für Arbeitnehmer, Familien und Ruheständler.

Höherer Grundfreibetrag und Abbau der kalten Progression

Der Grundfreibetrag steigt um 168 Euro auf 9.168 Euro pro Person und Jahr. Für Ehe- und Lebenspartner, die eine gemeinsame Steuererklärung abgeben, gilt der doppelte Betrag. Bis zu dieser Höhe bleibt Einkommen vollständig steuerfrei.

 

Außerdem wird der Steuertarif zum Abbau der kalten Progression verändert. Durch diese Gesetzesänderungen verringert sich die jährliche Steuerbelastung wie folgt:

Einkommen

Steuer 2019

Ersparnis

gegenüber 2018

10.000 €

123 €

26 €

20.000 €

2.141 €

53 €

30.000 €

5.275 €

73 €

40.000 €

8.569 €

101 €

50.000 €

12.295 €

137 €

60.000 €

16.419 €

159 €

70.000 €

20.619 €

159 €

 1) Werte für Grundtabelle, ohne Zuschlagsteuern

 

Mehr Unterhalt

Ebenso wie das Existenzminimum steigt auch der Unterhaltshöchstbetrag auf 9.168 Euro. Wer bedürftige Angehörige oder andere begünstigte Personen unterstützt, kann Zahlungen bis zu diesem Betrag abziehen. Beiträge zur Basisabsicherung in die Krankenversicherung und zur gesetzlichen Pflegeversicherung sind zusätzlich absetzbar. Eigenes Einkommen des Unterstützten verringert allerdings den maximalen Abzugsbetrag, wenn es im Jahr 624 Euro übersteigt. Wohnt der Unterhaltsempfänger im Ausland, gelten länderabhängig in vielen Fällen geringere Werte.

Steuerbegünstigung für Elektrofahrzeuge und öffentliche Verkehrsmittel

Ab dem kommenden Jahr werden Firmenfahrzeuge mit Elektroantrieb, die an Arbeitnehmer überlassen werden, steuerlich begünstigt. Voraussetzung ist, dass die Anschaffung des Fahrzeugs zwischen 2019 bis einschließlich 2021 erfolgt. In diesem Fall mindert sich der pauschale Sachbezug für Privatfahrten und Fahrten zur Arbeitsstätte auf die Hälfte. Da der Sachbezug zu den steuerpflichtigen Einnahmen zählt, muss durch die Halbierung weniger versteuert werden. Wer mit einem Fahrtenbuch und den tatsächlichen Kosten den Sachbezug berechnet, hat ebenfalls Steuervorteile. Bei der Berechnung des individuellen Nutzungswertes muss für begünstigte Elektrofahrzeuge die Abschreibung nur noch zur Hälfte berücksichtigt werden.

Die Begünstigung gilt sowohl für reine Elektrofahrzeuge als auch für bestimmte Hybridfahrzeu-ge. Der Sachbezug für die Überlassung von E-Bikes bleibt ab dem kommenden Jahr vollständig steuerfrei, wenn das Fahrrad nicht als Kraftfahrzeug einzustufen ist.

Ebenfalls steuerfrei bleiben ab dem kommenden Jahr Arbeitgeberzuschüsse für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das gilt sowohl für Fahrten zur Arbeitsstätte als auch für Privatfahrten im Personennahverkehr. Allerdings sind die Arbeitgeberleistungen auf die Entfernungspauschale für die Fahrt zur Arbeitsstätte anzurechnen.

Plus und Minus bei den Sozialabgaben

Ab 2019 zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Beiträge in die Krankenversicherung wieder je zur Hälfte. Arbeitgeber müssen nunmehr auch den halben Zusatzbeitrag übernehmen. Die Höhe des Zusatzbeitrags legt jede Krankenkasse selbst fest. Der allgemeine Beitragssatz bleibt unverändert bei jeweils 14,6 Prozent.

Der Beitragssatz in die Arbeitslosenversicherung verringert sich 2019 von 3 auf 2,5 Prozent. In der sozialen Pflegeversicherung steigt hingegen der Beitragssatz um 0,5 Prozentpunkte auf 3,05 Prozent.

Der Beitragssatz in die gesetzliche Rentenversicherung bleibt unverändert bei 18,6 Prozent.

Die Beiträge zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte.

Wie jedes Jahr werden die Bemessungsgrenzen für Arbeitnehmer mit höheren Bruttolöhnen angehoben. Erst ab diesen Einkommen erhöhen sich die Sozialversicherungsbeiträge nicht mehr. Die Bemessungsgrenze beträgt für die Kranken- und Pflegeversicherung 54.450 Euro im Jahr. Für die Arbeitslosen- und Rentenversicherung beträgt die Grenze 80.400 Euro im Beitragsgebiet West und 73.800 Euro im Beitragsgebiet Ost.

Altersvorsorge wird attraktiver

Beitragszahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung, berufliche Versorgungswerke oder Rürup-Verträge werden 2019 bis zu 24.305 Euro berücksichtigt, das sind 593 Euro mehr als im Vorjahr. 88 Prozent der Beiträge werden als Sonderausgaben abgezogen, 2 Prozentpunkte mehr als 2018.

Dieser Höchstbetrag berücksichtigt allerdings auch die Arbeitgeberbeiträge, bei Beamten wer-den fiktive Beiträge angerechnet. Vom Rentenversicherungsbeitrag für gesetzlich Versicherte werden in der Regel 76 Prozent des Arbeitnehmerbeitrags berücksichtigt.

Arbeitnehmer, die in eine betriebliche Altersversorgung ansparen, können mehr Lohn begünstigt einzahlen. Steuer- und Sozialversicherung bleiben Einzahlungen bis zu 3.216 Euro. Derselbe Betrag kann nochmals steuerfrei eingezahlt werden, muss jedoch beim Abzug der Sozialversicherungsbeiträge berücksichtigt werden.

Plus für Eltern

Das monatliche Kindergeld steigt je Kind um 10 Euro. Diese deutliche Anhebung erfolgt jedoch erst ab Juli 2019. Vor allem Eltern mit höherem Einkommen profitieren vom Kinderfreibetrag, der im kommenden Jahr um 192 Euro pro Kind angehoben wird. Hingegen unverändert bleiben der Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf bei 2.640 Euro pro Kind sowie der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende.

Die Kinderfreibeträge erhalten Eltern grundsätzlich je zur Hälfte. Sie führen in der Regel erst ab einem Einkommen von mehr als 33.000 bzw. 66.000 Euro (ledige bzw. verheiratete Eltern) zu einer zusätzlichen steuerlichen Entlastung gegenüber dem Kindergeld. Anderes gilt, wenn Eltern nicht zusammen leben. In diesen Fällen kann der Elternteil, bei dem das Kind lebt, durch Übertragung des Betreuungsfreibetrags vom anderen Elternteil bereits bei mehr als 17.000 Euro Einkommen (Grundtabelle) von den Freibeträgen profitieren. Außerdem verringern sich durch die Kinderfreibeträge die Zuschlagsteuern, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Dies gilt auch, wenn das Kindergeld höher ausfällt als die Einkommensteuerminderung durch die Kinderfreibeträge.

Belastung für Ruheständler

Bis zum Jahr 2040 muss jeder neue Rentnerjahrgang jährlich einen höheren Prozentsatz sei-ner Rente versteuern. Wer 2019 erstmals Rente bezieht, hat einen steuerpflichtigen Rentenanteil von 78 Prozent. Nur noch 22 Prozent der Jahresrente bleiben steuerfrei. Der endgültige Freibetrag wird erstmals aus der Jahresrente 2020 berechnet.

Für Pensionäre verringert sich der Versorgungsfreibetrag. Bei Versorgungsbeginn 2019 bleiben noch 17,6 Prozent der Pension steuerfrei, höchstens jedoch 1.320 im Jahr. Der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag verringert sich auf 396 Euro.

Wer 2019 seinen 65. Geburtstag feiert und deshalb erstmals Anspruch auf den Altersentlastungsbetrag hat, erhält 17,6 Prozent, höchstens 836 Euro als Abzugsbetrag auf bestimmte Einkünfte. Der Altersentlastungsbetrag wird beispielsweise auf Löhne, auf Einkünfte aus Vermietung oder auf voll steuerpflichtige Einkünfte aus Pensionskassen und Riester-Verträgen gewährt, nicht jedoch auf Renten und Pensionen.

 

Steueränderungen 2018

 

Nr. 17/2017 13. Dezember 2017

Auch wenn in zurückliegender Zeit weniger Steuergesetze verabschiedet wurden und

die Arbeit einer neuen Bundesregierung noch auf sich warten lässt, treten zum Beginn

des kommenden Jahres bei der Einkommensteuer und Sozialversicherung zahlreiche

Neuregelungen in Kraft. Der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine e.V. (BVL) erläutert

die wichtigsten Änderungen für Arbeitnehmer und Ruheständler.

Höherer Grundfreibetrag und Abbau der kalten Progression

Der Grundfreibetrag, das steuerfreie Existenzminimum, steigt um 180 Euro auf 9.000 Euro pro

Person und Jahr. Für Ehe- und Lebenspartner, die eine gemeinsame Steuererklärung abgeben,

gilt der doppelte Betrag. Außerdem wird der Steuertarif zum Abbau der „kalten Progression“

leicht verändert. Beide Änderungen verringern die jährliche Steuerbelastung wie folgt:

Einkommen  Steuer 2018  Ersparnis gegenüber 2017 
 10.000 €   149 €  30 €
20.000 €    2.467 € 53 €
30.000 €  5.348 € 71 €
40.000 €  8.670 € 96 €
50.000 €  12.432 € 129 €
60.000 €  16.578 € 146 €
70.000 €  20.778 € 146 €

1) Werte für Grundtabelle, ohne Solidaritätszuschlag

 

Mehr Unterhalt

Mit dem Existenzminimum steigt auch der Unterhaltshöchstbetrag auf 9.000 Euro. Wer bedürftige

Angehörige oder andere begünstigte Personen unterstützt, kann Zahlungen bis zu diesem

Betrag abziehen. Beiträge zur Basisabsicherung in die Krankenversicherung und zur gesetzlichen

Pflegeversicherung sind zusätzlich absetzbar. Eigenes Einkommen des Unterstützten

verringert allerdings den maximalen Abzugsbetrag, wenn es im Jahr 624 Euro übersteigt.

Wenn der Unterhaltsempfänger im Ausland wohnt, gelten länderabhängig in vielen Fällen geringere

Werte.

 

Mehr Sozialabgaben

Der Beitragssatz in die gesetzliche Rentenversicherung verringert sich 2018 um 0,1 Prozentpunkte

auf 18,6 Prozent. Beim hälftigen Arbeitnehmer-Beitrag verbleiben 0,05 Prozent. Für

einen Arbeitnehmer mit einem Bruttoarbeitslohn von 50.000 Euro ergeben sich 25 Euro weniger

Beitrag im Jahr. Die übrigen Versicherungsbeiträge bleiben unverändert. Wie in jedem Jahr

steigen hingegen die Bemessungsgrenzen für Arbeitnehmer mit höheren Bruttolöhnen. Die

Betroffenen müssen im Ergebnis höhere Beiträge zahlen.

 

Altersvorsorge wird attraktiver

Beitragszahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung, berufliche Versorgungswerke oder

Rürup-Verträge werden 2018 bis zu 23.712 Euro berücksichtigt, das sind 350 Euro mehr als im

Vorjahr. 86 Prozent der Beiträge werden als Sonderausgaben abgezogen, 2 Prozentpunkte

mehr als 2017.

Dieser Höchstbetrag berücksichtigt allerdings auch die Arbeitgeberbeiträge, bei Beamten werden

fiktive Beiträge angerechnet. Vom Rentenversicherungsbeitrag für gesetzlich Versicherte

werden in der Regel 72 Prozent des Arbeitnehmerbeitrags berücksichtigt.

Für Riestersparer erhöht sich die Grundzulage von bisher 154 Euro auf 175 Euro im Jahr. Wer

die Riesterbeiträge in seiner Steuererklärung geltend macht, profitiert von der Anhebung nicht.

Die Zulage wird in voller Höhe auf den Steuervorteil angerechnet. Weil die Riesterzulage auch

auf den erforderlichen Mindestbeitrag und auf den eigenen Höchstbeitrag angerechnet wird,

sollte die Höhe der eigenen Einzahlungen im kommenden Jahr überprüft werden.

Arbeitnehmer, die in eine betriebliche Altersversorgung ansparen, können 2018 mehr Lohn

steuerfrei einzahlen. Der Grenzbetrag wurde von 4 Prozent auf 8 Prozent der Bemessungsgrenze

in die gesetzliche Rentenversicherung angehoben. Das sind 6.240 Euro für das Jahr

2018. Der Grenzbetrag für Befreiung der Einzahlungen von Sozialabgaben bleibt jedoch unverändert

bei 4 Prozent der Bemessungsgrenze. Für Arbeitnehmer mit einem Arbeitslohn bis

2.200 Euro pro Monat können Arbeitgeber einen 30-prozentigen Steuerzuschuss auf ihre Beitragszahlungen

erhalten. Gefördert werden bis zu 480 Euro Arbeitgeberbeitrag.

 

Plus für Eltern

Das monatliche Kindergeld steigt je Kind um 2 Euro, der Kinderfreibetrag auf 4.788 Euro jährlich.

Hingegen unverändert bleibt der Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf

bei 2.640 Euro pro Kind. Die Freibeträge erhalten Eltern grundsätzlich je zur Hälfte.

Sie führen in der Regel erst ab einem Einkommen von mehr als 32.000 bzw. 64.000 Euro

(ledige bzw. verheiratete Eltern) zu einer zusätzlichen steuerlichen Entlastung gegenüber dem

Kindergeld. Anderes gilt, wenn Eltern nicht zusammen leben. In diesen Fällen kann der Elternteil,

bei dem das Kind lebt, durch Übertragung des Betreuungsfreibetrags vom anderen Elternteil

bereits ab etwa 16.200 Euro Einkommen (Grundtabelle) von den Freibeträgen profitieren.

 

Belastung für Ruheständler

Bis zum Jahr 2040 muss jeder neue Rentnerjahrgang jährlich einen höheren Prozentsatz seiner

Rente versteuern. Wer 2018 erstmals Rente bezieht, hat einen steuerpflichtigen Rentenanteil

von 76 Prozent. 24 Prozent der Jahresrente bleiben steuerfrei. Der endgültige Freibetrag

wird erstmals aus der Jahresrente 2019 berechnet.

Für Pensionäre verringert sich der Versorgungsfreibetrag. Bei Versorgungsbeginn 2018 bleiben

noch 19,2 Prozent der Pension steuerfrei, höchstens jedoch 1.440 im Jahr. Der Zuschlag

zum Versorgungsfreibetrag verringert sich auf 432 Euro.

Wer 2018 seinen 65. Geburtstag feiert und deshalb erstmals Anspruch auf den Altersentlastungsbetrag

hat, erhält 19,2 Prozent, höchstens 912 Euro als Abzugsbetrag auf bestimmte Einkünfte.

Der Altersentlastungsbetrag wird beispielsweise auf Löhne, auf Einkünfte aus Vermietung

oder auf voll steuerpflichtige Einkünfte aus Pensionskassen und Riester-Verträgen gewährt,

nicht jedoch auf Renten und Pensionen.

 

Höhere Arbeitsmittel absetzen

Arbeitsmittel können 2018 bis zu einem Rechnungsbetrag von 800 Euro netto, zuzüglich Umsatzsteuer

952 Euro, sofort abgesetzt werden. Erst bei Überschreiten dieses Betrages muss

das Arbeitsmittel über die Nutzungsdauer verteilt abgesetzt werden.

 

 

Den Überblick behalten: Steueränderungen

Einkommensteuererklärung 2016 - Abgabetermin 31.5.2017

Nr. 6/2017 / 4. Mai 2017

 

Der 31. Mai 2017 ist der gesetzliche Abgabetermin für die Einkommensteuererklärung 2016. Der Termin gilt jedoch nicht für alle Arbeitnehmer. Der BVL informiert darüber, für wen die Frist von Bedeutung ist und wer auch später abgeben kann. Der Abgabetermin für die Einkommensteuererklärung betrifft alle Steuerpflichtigen, die verpflichtet sind, eine Steuererklärung abzugeben.

 

Folgende steuerliche Sachverhalte führen zu einer Pflichtveranlagung:

 

  • Neben dem Lohn oder Gehalt wurden Lohnersatzleistungen von mehr als 410 EUR im Jahr bezogen. Dazu gehören Arbeitslosengeld I, Krankengeld, Kurzarbeitergeld, Insolvenzgeld, Mutterschaftsgeld, Aufstockungsbeiträge zur Altersteilzeit und oder Elterngeld.
  • Es lagen Nebeneinkünfte aus einem zweiten Arbeitsverhältnis mit Steuerklasse VI vor.
  • Es lagen weitere Einkünfte, beispielsweise aus Vermietung und Verpachtung von mehr als 410 EUR jährlich vor.
  • Ehegatten, die die Steuerklassenkombination IV mit Faktor oder die Steuerklassen III / V gewählt haben und beide berufstätig sind.
  • Arbeitnehmer haben das Finanzamt veranlasst, einen Freibetrag in die Lohnsteuerabzugsmerkmale aufzunehmen (z.B. für Werbungskosten, Verluste aus Vermietung und Verpachtung). Ein Körperbehindertenpauschbetrag als Freibetrag führt dagegen nicht zur Pflichtveranlagung.

 

Ist die Frist verstrichen, besteht die Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung fort. Die Finanzverwaltung kann jedoch Verspätungszuschläge oder Zwangsgeld festsetzen.

 

Um dies zu vermeiden, sollte bei späterer Abgabe der Steuererklärung ein Antrag auf Fristverlängerung gestellt werden. Die Bitte um Verlängerung von wenigen Wochen wird meist problemlos von den Finanzämtern gewährt.

 

Wer seine Steuererklärung von einem Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater einreichen lässt, erhält automatisch eine Fristverlängerung bis zum 31. Dezember 2017

 

Unabhängig davon, ob Abgabepflicht besteht oder nicht, gilt:

Das Einreichen der Steuererklärung lohnt sich in den meisten Fällen. Die täglichen Fahrten zur Arbeitsstätte, Auswärtstätigkeiten, Kinderbetreuungskosten, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen, Spenden oder Zahlung von Kirchensteuer sind nur einige Gründe, die zu Steuererstattungen führen können. Die örtlichen Beratungsstellen der Lohnsteuerhilfevereine beraten die Arbeitnehmer auch gern darüber, ob eine Einkommensteuererklärung abzugeben ist oder sich eine freiwillige Abgabe lohnt.

 

Steueränderungen 2017


Zum Jahresbeginn treten bei der Einkommensteuer und Sozialversicherung zahlreiche Neuregelungen in Kraft. Der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) erläutert die wichtigsten Änderungen für Arbeitnehmer und Ruheständler.

Höherer Grundfreibetrag und Abbau der kalten Progression

Der Grundfreibetrag, das steuerfreie Existenzminimum, steigt um 168 Euro auf 8.820 Euro pro Person und Jahr. Für Ehe- und Lebenspartner, die eine gemeinsame Steuererklärung abgeben, gilt der doppelte Betrag. Außerdem wird der Steuertarif zum Abbau der „kalten Progression“ leicht verändert. Dadurch verringert sich in geringem Umfang die Steuerbelastung:

Einkommen   Steuer 2017²)  Ersparnis gegenüber 2016²)
 10.000 €  179 €  27 €
 20.000 € 2.520 €  40 €
 30.000 €  5.419 €  49 €
 40.000 €  8.766 € 60 €
 50.000 €  12.561 € 75 €
 60.000 €  16.724 €  81 €
 70.000 €  20.924 €  81 €

²) Werte für Grundtabelle, ohne Solidaritätszuschlag

Mehr Sozialabgaben

Die Beitragssätze in der gesetzlichen Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung bleiben 2017 unverändert. Auch der durchschnittliche Zusatzbeitrag in die gesetzliche Krankenversicherung von bisher 1,1 Prozent soll im kommenden Jahr nicht steigen. Angehoben wird hingegen der Beitragssatz zur Pflegeversicherung um 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 Prozent bzw. auf 2,8 Prozent für Kinderlose. Stärker belastet werden gesetzlich versicherte Arbeitnehmer mit höherem Einkommen, weil die Beitragsbemessungsgrenzen steigen. In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung erhöht sich der Grenzbetrag auf 52.200 Euro Jahresbruttolohn. In die Renten- und Arbeitslosenversicherung müssen Arbeitnehmer bis zu einem Jahreslohn von 76.200 Euro (West) bzw. 68.400 Euro (Ost) Beiträge einzahlen. Die höheren Beiträge verringern die Lohnsteuer und kompensieren dadurch in Höhe des Grenzsteuersatzes die Mehrbelastung.

 

Altersvorsorge wird attraktiver

Beitragszahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung, berufliche Versorgungswerke oder Rürup-Verträge können bis 23.362 Euro pro Jahr gefördert werden. Das Finanzamt berücksichtigt davon 84 Prozent als Sonderausgaben, 2 Prozentpunkte mehr als 2016. Für Arbeitnehmer beläuft sich der Sonderausgabenabzug aufgrund der steuerfreien Arbeitgeberbeiträge auf 68 Prozent ihres selbst gezahlten Rentenversicherungsbeitrags.

Plus für Eltern

Das monatliche Kindergeld steigt je Kind um 2 Euro, der Kinderfreibetrag auf 4.716 Euro jährlich. Hingegen unverändert bleibt der Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf bei 2.640 Euro pro Kind. Die Freibeträge erhalten Eltern grundsätzlich je zur Hälfte. Sie führen in der Regel erst ab einem Einkommen von mehr als 32.000 bzw. 64.000 Euro (ledige bzw. verheirate Eltern) zu einer zusätzlichen steuerlichen Entlastung gegenüber dem Kindergeld. Anderes gilt, wenn Eltern nicht zusammen leben. In diesen Fällen kann der Elternteil, bei dem das Kind lebt, durch Übertragung des Betreuungsfreibetrags vom anderen Elternteil bereits ab etwa 16.200 Euro Ein-kommen (Grundtabelle) von den Freibeträgen profitieren.

Belastung für Ruheständler

Bis zum Jahr 2040 muss jeder neue Rentnerjahrgang jährlich einen höheren Prozentsatz seiner Rente versteuern. Wer 2017 erstmals Rente bezieht, hat einen steuerpflichtigen Rentenanteil von 74 Prozent. 26 Prozent der Jahresrente bleiben steuerfrei. Der endgültige Freibetrag wird erstmals aus der Jahresrente 2017 berechnet.
Für Pensionäre verringert sich der Versorgungsfreibetrag. Bei Versorgungsbeginn 2017 bleiben noch 20,8 Prozent der Pension steuerfrei, höchstens jedoch 1.560 im Jahr. Der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag verringert sich auf 468 Euro.
Wer 2017 seinen 65. Geburtstag feiert und deshalb erstmals Anspruch auf den Altersentlastungsbetrag hat, erhält 20,8 Prozent, höchstens 988 Euro als Abzugsbetrag auf bestimmte Einkünfte. Der Altersentlastungsbetrag wird beispielsweise auf Löhne, auf Einkünfte aus Vermietung oder auf voll steuerpflichtige Einkünfte aus Pensionskassen und Riester-Verträgen gewährt, nicht jedoch auf Ren-ten und Pensionen.

Mehr Unterhalt

Wer bedürftige Angehörige oder andere begünstigte Personen unterstützt, kann Zahlungen bis 8.820 Euro abziehen. Der Unterhaltshöchstbetrag wurde ebenso wie der Grundfreibetrag um 168 Euro an-gehoben. Beiträge zur Basisabsicherung in die Krankenversicherung und zur gesetzlichen Pflegeversicherung sind zusätzlich absetzbar. Eigenes Einkommen des Unterstützten verringert allerdings den maximalen Abzugsbetrag, wenn es im Jahr 624 Euro übersteigt.

Einfacher Fehler korrigieren

Ab 2017 treten die ersten Neuregelungen aus dem Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens in Kraft. Eine wichtige Änderung betrifft die Korrektur von Schreibfehlern in der Steuererklärung. Ergeben sich daraus Fehler im Steuerbescheid, können diese auch nach Ablauf der Einspruchsfrist korrigiert werden. Bisher galt diese Regelung nur für Schreib- und ähnliche Fehler, die dem Finanzamt unterlaufen. Der NVL hatte gemeinsam mit weiteren Verbänden eine Erweiterung dieser Regel gefordert, die nunmehr umgesetzt ist.

 

Neues BMF-Schreiben zu Steuerermäßigungen für Handwerkerleistungen schränkt BFH-Rechtsprechung teilweise ein

 

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat die bereits lange erwartete Überarbeitung seines Anwendungsschreibens zu Beschäftigungsverhältnissen sowie Dienst- und Handwerkerleistungen in Privathaushalten veröffentlicht. Die Neufassung enthält weitere Begünstigungen, bleibt aber hinter der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs zurück, informiert der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine aus Berlin.
 
Nach Paragraph 35a des Einkommensteuergesetzes können Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und Dienstleistungen sowie für Handwerkerleistungen im Haushalt die Steuerschuld verringern. Wohnungseigentümer und Wohnungsmieter dürfen jährlich bis zu 20.000 Euro für haushaltsnahe Dienstleistungen und Beschäftigungsverhältnisse geltend machen. Davon 20 Prozent, also maximal 4.000 Euro, verringern unmittelbar die Steuerschuld. Bei Handwerkerleistungen sind es 20 Prozent von maximal 6.000 Euro, also 1.200 Euro.
 
Mit Schreiben vom 9. November 2016 hat das Bundesfinanzministerium (BMF) festgelegt, für welche Aufwendungen die Steuerermäßigung nach § 35a Einkommensteuergesetz zu gewähren ist (IV C 8 - S 2296-b/07/10003:008). Es reagiert damit vor allem auf Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH), der in mehreren Fällen zugunsten der Steuerpflichtigen entschieden hatte.
 
Beispielsweise wird nunmehr die Betreuung und Versorgung von Haustieren im Haushalt als haushaltsnahe Dienstleistung anerkannt. Auch Notrufsysteme, mit denen Ruheständler oder behinderte Menschen per Knopfdruck rund um die Uhr nach Hilfe rufen können, gelten als haushaltsnahe Dienstleistung. Die Prüfung der ordnungsgemäßen Funktion einer Anlage kann ebenso als Handwerkerleistung mit dem Finanzamt abgerechnet werden wie eine Reparatur der Anlage. Das betrifft zum Beispiel Dichtheitsprüfungen von Abwasserleitungen, Kontrollmaßnahmen des TÜV bei Fahrstühlen oder auch die Kontrolle von Blitzschutzanlagen durch den Schornsteinfeger.
 
Die Verwaltung schließt sich auch der Rechtsprechung des BFH an, nach der auch Arbeiten außerhalb der unmittelbaren Grundstücksgrenzen förderfähig sein können, zum Beispiel Aufwendungen für den Winterdienst auf öffentlichen Gehwegen vor dem eigenen Grundstück.
 
Bei Hausanschlusskosten an Ver- und Entsorgungsnetze betont das Bundesfinanzministerium einerseits, dass diese ebenfalls „im Rahmen der Steuerermäßigung begünstigt sein können“. Aus den weiteren Ausführungen Im Schreiben ergibt sich jedoch, dass Gebühren und Beträge beispielsweise von Zweckverbänden nicht begünstigt sind (Randziffer 22 sowie Anlage 1 des BMF-Schreibens).
 
Für NVL-Geschäftsführer Uwe Rauhöft steht diese Einschränkung in Widerspruch zum BFH-Urteil vom 20. März 2014 (VI R 56/12). Im entschiedenen Fall hatte der BFH außerdem eine Ermittlung der Arbeitsleistung im Schätzungswege anerkannt. Dies lehnt die Finanzverwaltung ebenfalls ab. Der NVL rechnet deshalb mit weiteren Streitfällen vor den Gerichten.
 

Ferienjobs: Wer die Regeln beachtet, kann mehr Netto kassieren

Schüler und Studenten nutzen gern Ferienjobs, um sich etwas dazu zu verdienen oder um sich beruflich zu orientieren. Dabei sollten sie und ihre Eltern neben arbeits- und versicherungsrechtlichen Regeln auch Steuer und Kindergeld im Auge behalten, rät der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) aus Berlin.

 

Die meisten Schüler und Studenten suchen sich Ferienjobs als angestellte Arbeitnehmer. Für die Berechnung der Lohnsteuer müssen sie dem Arbeitgeber ihre persönliche Steuer-Identifikationsnummer und das Geburtsdatum mitteilen. Außerdem müssen sie angeben, ob es sich um das einzige Beschäftigungsverhältnis handelt. Ist das der Fall, erhalten sie in der Regel die Steuerklasse I. Lohnsteuer fällt dann erst bei mehr als 985 Euro Monatslohn an. Hat der Ferienjobber bereits ein anderes Arbeitsverhältnis, bekommt er die Lohnsteuerklasse VI, die am höchsten besteuert wird. Zuviel gezahlte Lohnsteuer lässt sich aber per Steuererklärung zurückholen. Wer dabei nach Abzug aller steuermindernden Beträge für das Jahr 2016 mit seinem Einkommen unter dem steuerlichen Existenzminimum von 8.652 Euro bleibt, erhält alle einbehaltenen Steuern vom Finanzamt zurück.

Arbeiten Schüler und Studenten in einem so genannten Minijob, zahlen sie in der Regel weder Lohnsteuer noch Sozialversicherungsbeiträge. Beides übernimmt der Arbeitgeber. Der Lohn darf aber 450 Euro im Monat nicht überschreiten und die Ferienjobber müssen sich von der Rentenversicherungspflicht ausdrücklich befreien lassen.

Auch Ferienarbeit mit einem Verdienst oberhalb eines Minijobs bleibt sozialversicherungsfrei, wenn sie von vornherein auf 3 Monate oder 70 Arbeitstage begrenzt ist. Für freiwillige Praktika gilt das ebenso. In anderen Fällen werden grundsätzlich Sozialversicherungsbeiträge fällig. Beim Monatslohn von 985 Euro sind es rund 200 Euro.

Für das Kindergeld spielt die Höhe des Verdienstes während der Ferienzeit keine Rolle mehr. Aufpassen muss aber, wer bereits eine abgeschlossene Erstausbildung hat und weiter lernt. Dann darf der Job laut Arbeitsvertrag 20 Wochenstunden nicht überschreiten, ansonsten erlischt der Kindergeldanspruch. Bis zu zwei Monate im Jahr, kann diese Grenze allerdings überschritten werden, wenn die 20 Stunden im Jahresdurchschnitt eingehalten werden.

 

Wenn Arbeitnehmer freiwillig eine Einkommensteuererklärung abgeben, haben sie dafür vier Jahre Zeit. Fällt das Fristende auf ein Wochenende oder auf einen Feiertag, gilt eine Fristverlängerung bis zum Ende des folgenden Werktags, informiert der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) aus Berlin.

 

Abfindungen und andere Entschädigungsleistungen können ermäßigt besteuert werden. Ein neues Schreiben des Bundesfinanzministeriums verbessert Bedingungen für die Steuerbegünstigung, informiert der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) aus Berlin.

 

Die Übertragung von Kinderfreibeträgen kann Eltern Steuervorteile bringen. Sie funktioniert aber nicht immer reibungslos. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Übertragung sogar finanzielle Nachteile bringen, informiert der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL).

 

Bis Ende Februar 2016 mussten Arbeitgeber, Krankenkassen, Versicherungen und andere Institutionen ihre Daten an die Finanzverwaltung übermitteln. Wer schnell Geld vom Finanzamt zurück haben möchte, sollte deshalb bald seine Einkommensteuererklärung für 2015 erstellen. Immerhin können rund 90 Prozent der Arbeitnehmer, die eine Steuererklärung abgeben, mit einer Erstattung rechnen. Welche Neuerungen es für die Steuererklärung 2015 gibt und was Arbeitnehmer, Ruheständler und Eltern besonders beachten sollten, erläutert der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL).

 

Das Bundesfinanzministerium verweist in einem neuen Schreiben darauf, dass eine Erstausbildung nicht in jedem Fall mit dem ersten Berufsabschluss zu Ende ist. Das Ministerium schließt sich damit der familienfreundlichen Rechtsprechung an, informiert der Neue Verband der Lohnsteuervereine (NVL) aus Berlin.

 

Kosten für einen Hausnotrufdienst können als haushaltsnahe Dienstleistungen die Steuerschuld verringern. Das hat der Bundesfinanzhof in einem aktuellen Urteil entschieden. Das Urteil ist über den entschiedenen Fall hinaus von Bedeutung, informiert der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL).